Samstag, 2. November 2013

Erinnerungsgedanken

In Gedanken an dich,
die ich dich zu Anfang buchstäblich nicht verstanden habe,
die du mir dann aber so sehr ans Herz gewachsen bist.

Meine kleine Mutti,
so habe ich dich oft genannt.
Und das warst du,
Familie, wie sie sein sollte,
meine "Mutti vor Ort".
Wir konnten zusammen lachen,
aber auch gemeinsam traurig sein
oder dich einfach so auf ein Käffchen besuchen.

Am 17.07.2012 dann die Diagnose,
ein Schock - für uns alle.
Du, die du immer so fidel warst,
plötzlich schwerkrank?
"Stehst du das mit mir durch?"
Das hast du mich gefragt, als wir im Auto vor deiner Tür saßen,
um bei dir auf den nächsten Arzttermin zu warten.
"Na klar," hab ich geantwortet,
denn das war ja wirklich klar.

Wir haben den Kampf aufgenommen,
einen Kampf gegen einen übermächtigen Gegner,
der keine Scheu hatte, uns alle Illusionen zu rauben,
der uns dich Stück für Stück aus den Händen gerissen hat.

Und dann mussten wir einsehen,
dass wir verloren hatten,
ein Schmerz, den ich zuvor nicht gekannt habe,
den ich meinem ärgsten Feind nicht wünsche.

Nun bleibt uns nur,
die Erinnerung an dich in Ehren zu halten.
Heute steht dein Bild bei uns
und davor eine Kerze.
Eine Tradition, die wir von dir kennen,
die wir so gerne noch nicht leben wollten.
Und es bleibt uns,
uns einzugestehen, dass wir dich auch heute noch
Tag für Tag vermissen.
Ich wünsche dir, dass du es dort, wo du jetzt bist,
leicht und fröhlich hast,
so wie ich dich kennengelernt habe.

Und ich halte Wort:
Wir sind jetzt alle groß,
du musst dir um uns keine Sorgen machen.
Ruhe in Frieden, kleine Mama.