Samstag, 7. Februar 2015

Projekt: Informationsdiät

In der letzten Woche habe ich eine kleine Reise angetreten. Sie heißt: Informationsdiät. Schon wieder Diät? Bekommt die denn nie genug von ihrem Magerwahn?
Keine Sorge. Mit Magerwahn hat es rein gar nichts zu tun. Fakt ist einfach, dass wir "heutzutage" (tolles Wort) mit Informationen auf allen Ebenen zugemüllt werden. Ich möchte mich da selbst gar nicht ausnehmen. Immerhin habe ich selbst bei diesem Wahnsinn relativ lange mitgemacht. Und irgendwann fiel mir zu all dem nur noch das Lied einer meiner Lieblingssängerinnen ein: Annett Louisan singt in einem ihrer Lieder von "Zuviel Information". Sie fasst mit einem herrlich süffisanten Lächeln zusammen, was man sich am Tag so alles durchliest. Vom Ausschnitt über Essen bis zum nervigen Chef. Alles in Echtzeit und wehe, du klickst nicht direkt, dass dir das gefällt (was auch immer einem an einem nervigen Chef gefallen könnte).
Und so habe ich mich auf eine Reise begeben. Seit einer Woche war ich nun schon nicht mehr bei Facebook online. Sicher, manches Mal juckt es mir schon in den Fingern - kurz mal die App anklicken, durchscrollen, gefühlte einhundert Likes geben und den einen oder anderen mehr oder weniger sinnvollen Kommentar abgeben. Aber nein, ich war da hart zu mir selbst.
Auch diese ganzen kleinen Daddelspielchen, die man sich so auf iPad, iPhone und am liebsten gleich auch noch auf dem Computer installiert, hab ich mir mal verkniffen. Inzwischen habe ich das Gefühl, es wirklich unter Kontrolle zu haben.

Warum hab ich das gemacht? Schließlich hab ich doch meinen schönen Facebook Ratgeber geschrieben. Habe ich jetzt vergessen, was einem soziale Medien in Sachen Werbung bringen können? Aber ganz und gar nicht. Mir ist bewusst, dass es über soziale Netzwerke unglaublich einfach sein kann, eine Nachricht, sei es nun eine private oder eine werbende zu verbreiten. Und hin und wieder bin ich sogar gerne dabei. Aber ich brauchte einfach mal einen Schnitt. Einfach mal eine Weile nicht mit diesen ganzen Sachen "vollgemüllt" werden. Ich brauchte einfach mal kein "Wünsch euch einen schönen Abend, einen guten Morgen, tolle Mittagspause" und auch kein "Will doch mal sehen, wer meine Postings wirklich liest ... schreib nur ein Wort, woher wir uns kennen - ich wette, 95 Prozent machen es nicht und ich weiß auch schon, wer das sein wird." Prima, warum sich dann also überhaupt die Mühe machen, es zu fragen?? Naja. Es war mir zuviel. Und ich hatte das Gefühl, dass mir all das die Zeit stiehlt. Zeit, die ich lieber in mich, mein Leben, unsere neue Wohnung investieren wollte. Und das will ich auch jetzt noch. Also weiterhin kein Facebook. Vielleicht das eine oder andere Spielchen, aber nur, wenn ich Zeit hab, wenn ich eine Pause machen will. Nicht, um mich zu betäuben, nicht, um Zeit totzuschlagen.

Und genau nach diesem Prinzip funktioniert das bei mir jetzt seit einer Woche. Wann ich mich wieder bei Facebook einlogge, weiß ich noch nicht. So wirklich Schwung für die Wohnung habe ich erst in den letzten Tagen gefunden. Dazwischen natürlich auch so mal einiges zu arbeiten. Was halt so anliegt.

Schreibt mir doch gerne mal eure Erfahrungen: Habt ihr schon einmal so eine Informationsdiät gemacht? Wie ging es euch damit? Hattet ihr auch diese bestimmte Art von Ideenzuwachs?
Ich freu mich auf eure Erlebnisse damit :)

Eure Julia